Category: Sommer

Der Sommer geht – ich auch

Das nenne ich gutes Timing:
abrupt endet der Sommer, genau an dem Tag, an dem ich mich nach Mallorca aufmache.
Als ich wach wurde, fiel vor meinem Fenster Wasser vom Himmel, das sich nicht einmal mehr die Mühe machte, sich in Tropfen aufzuteilen. Mittlerweile ist es etwas besser, was ich begrüße, denn wenn ich auch schon immer mal unter empörtem Protest das Land verlassen wollte, sobald mir das Wetter mißfällt, so täte ich das trotzdem gern trockenen Koffers.
Den ich jetzt fertigpacken muß.

Außerdem muß ich mir noch überlegen, mit welchem Proviant ich im Billigflieger am glücklichsten werde.
Und ich muß noch etwas grummeln, daß ich nicht, wie geplant, an Bord stricken darf, da Stricknadeln schließlich potentielle Waffen sind. Als ob Stricken an sich nicht eine der friedlichsten Tätigkeiten überhaupt ist! Kommt kurz nach schlafen. Andererseits fallen mir jetzt Unmengen von wirklich fiesen Dingen ein, die man mit Stricknadeln anrichten könnte. Wobei das auch für Bücher gilt, was ich hier nicht weiter ausführe, um keine möglichen Mitpassagiere zu inspirieren und damit mir nicht auch noch die Lektüre verboten wird.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß der Herbst innerhalb der nächsten Woche noch nicht den Weg auf die Balearen findet.
Und daß ich einen Weg finde, meinen Fotoapparats-Akku zu laden, obwohl angeblich die Stromspannung im Hotel nicht passt.

florale Freuden

Ach, wenn ich denn schon dabei bin – und weil ich manchmal gewisse Muttergefühle gegenüber meinen Balkonpflanzen feststelle, oder weil gerade so desinteressiert an Hexenverfolgungskritikern bin, und brauche ich überhaupt eine Rechtfertigung, eigentlich?

Also:
bei etwa der Hälfte der Blumen, die ich da so ausgesät habe, weiß ich nicht, was mich so erwartet, wenn sich dann die Knospen öffnen – die rote unbekannte Schöne oben hat sich heute geöffnet und ist ohne Makroaufnahme deutlich unauffälliger. Und dann gibt es da Unmengen von noch knospenlosen, kleinen Pflänzchen, die komplett mit so einer Art kleinen, durchsichtigen Noppen (s.u.) bedeckt sind und irgendwie lecker aussehen, obwohl ich nicht genau sagen könnte, wieso. Und dann gibt es noch etwas, was vage an das Grün von Möhren erinnert, jetzt aber Knospen bekommt (und ich gehe auch nicht davon aus, daß mein mysteriöses Samentütchen mit der Aufschrift Bouquetmischung “rot” Gemüse beinhaltet). Und ein paar Pflanzen, die beinahe sonnenblumenähnlich in die Höhe schießen, theoretisch auch “rot” sein müßten, und hoffentlich beeindruckende Blüten bekommen, die dann nicht allzu weit über Augenhöhe sind, denn die Stengel und Blätter sind bisher nicht besonders attraktiv anzuschauen, dafür aber beeindruckend blattlausfeindlich haarbewehrt.

mehr Balkon

Morgens weiterhin sonnig, wenn auch drückend heiß. Den Blumen scheint es zu gefallen. Das nachmittägliche Unwetter dann weniger – große Teile der Kapuzinerkresse wirken jetzt etwas gerupft. Fotogen bleiben sie aber.
Das Wetter lädt jetzt etwas mehr zum Arbeiten ein, aber dafür ist mein extra klimatisch angepaßt zubereiteter Gazpacho nicht mehr so erfrischend und sättigend wie noch heute mittag. Und, passend zur Abkühlung, präsentierte mein letztes Brot mir nun einen Pelzkragen, direkt passend zum Geschäftsschluß aller Bäcker in Reichweite.
Irgendwie habe ich spontan Appetit auf Lebkuchen, was albern ist, denn so stark hat es sich nun auch wieder nicht abgekühlt. Ingwerkekse wären vielleicht ähnlich, und die Zutaten auch vorhanden… aber ich will ja Diplomarbeit produzieren und nicht nur Mahlzeiten.

Sommer! Sommer!


Selbst wenn man an den Schreibtisch gefesselt ist: eine Linde vorm Balkon und ein paar Pflanzenkübel bringen den Sommer in Sichtweite.

Und es ist gut möglich, daß die Kapuzinerkresse aus den Samen ihrer Vorgängerin vom letzten Jahr gewachsen ist. Allerdings habe ich sie mit einem Rest aus einem Samentütchen gemischt, sicher kann ich also nicht sein.

Es grünt so grün! Und blüht so blüh. Hach. Schön. Muttergefühle!