Category: weite Welt

24.11.11

Dass wir nur zwei Rucksäcke mit Dingen dabei haben, hält uns anscheinend nicht davon ab, diese trotzdem sehr großflächig zu verteilen… Immer dabei: Mückenspray, das aber nur begrenzt wirksam scheint.

23.11.11

Für jemanden, der immer zur grausten Zeit des Jahres Geburtstag hat, ist es schon ziemlich faszinierend, im T-Shirt draußen zu sein und gefeiert zu werden.

In diesem Fall mit thailändischen Tempel- als Geburtstagskerzen und sticky rice mit Mango als Geburtstagskuchen. Und einem kleinen Buddha als Geschenk.

21.11.11

Ko LantaIch fand Ko Phi Phi nicht übermäßig erfreulich – zumindest der Ort, an dem man ankommt, ist nach dem Tsunami wohl inspiriert vom Ballermann neu errichtet worden und beschallt einen nun von allen Seiten mit billigem Euro-Techno, ist bevölkert von sonnenverbrannten und unterbekleideten Europäern und bietet überall den gleichen Ramsch feil wie in allen Touristenorten der Welt. Örks. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Als also eine gesprächige Strandbekanntschaft entsetzt ausrief, Ko Lanta sei ja ganz unerträglich still und langweilig und Ko Phi Phi doch so viel toller, sahen wir das als gutes Zeichen und reisten schnell weiter. Und so fanden wir dort etwas, das deutlich näher an unserer Idee von einem ruhigen Strandurlaub war: Ein vielleicht nicht besonders glamouröses Feriendorf mit simplen, aber recht bequemen Holzhütten im Grünen, direkt am Strand, 15 Minuten Fußmarsch vom nächsten Ort entfernt, in dem tatsächlich auch Leute wohnen und essen und auf dem Markt einkaufen, die nicht aus Europa stammen und alle ganz einzigartige Rucksackreisende sind, die alle den gleichen Lonely-Planet-Tipps folgen. Juhu! Man kann unter Palmen liegen und lesen, zwischendurch die Bucht entlanglaufen und wahlweise in Meer oder Pool springen. Einziges Problem: Kaum sind wir hier, ist die Sonne weg und ein beinahe irischer Nieselregen setzt ein. Liegt das an mir?! Pfff.

20.11.11

Wenn man nicht seefest ist, scheint das mit dem Inselhoppen vor Thailand ja ohnehin keine allzu brillante Idee, aber ganz ohne Bootsfahrten geht es dann doch nicht. Also hatte ich die Idee, ich könnte ja mal eine Reisetablette nehmen, prophylaktisch, da ich ja schon auf Fähren bei spiegelglattem Meer manchmal grün anlaufe. Leider hatte ich verdrängt, dass Reisetabletten wohl nicht viel anders als Schlaftabletten wirken, und habe darum Ko Phi Phi nur durch Nebel bestaunen können (angesichts der Ballermann-Atmosphäre vielleicht gar nicht so schlimm). Mein werter Begleiter hatte also wenig von meiner Gesellschaft, außer, dass es schon irgendwie beeindruckend war, wie ich bei jeder Gelegenheit ein Nickerchen einschob.

19.11.11

Wenn man all die Fähren sieht, die nach Ko Phi Phi übersetzen (der Insel, wo The Beach gedreht wurde, also quasi der Inbegriff des abgeschiedenen Paradieses, das niemand kennt), dann beschleicht einen irgendwie das Gefühl, dass das mit dem Geheimtipp wohl nicht mehr so richtig stimmt. Vielleicht ist der Geheimtipp eher, einen großen Bogen darum zu machen…?

18.11.11

Das Schloss an unserer Hütte verspricht nicht einfach nur simple Durchschnittssicherheit, sondern sogar eine Sicherung der Stufe Extra Plus! So können wir unsere Rucksäcke getrost zurücklassen, während wir durch Chiang Mai laufen… Die Kameras bleiben vielleicht doch besser in der abschließbaren antiken Kommode, vor der den ganzen Tag ein griesgrämiger Thai sitzt und grummelt. Seine Laune schreckt dabei Diebe vermutlich deutlich nachhaltiger ab als die ebenso zarten Vorhängeschlösser.

16.11.11

Lonely Planet: 1, Baedeker: 0.

Wir sind immer noch froh, entkommen zu sein: Als wir aus Bangkok in Chiang Mai ankamen, an unserem zweiten Tag in Thailand, waren wir noch keine allzu routinierten Rucksacktouristen und haben gleich am Flughafen ein Hotel gebucht. Immerhin war es eins, das der Baedeker als angenehmes Mittelklassehotel empfahl – und als wir die palastartige Eingangshalle betraten, dachten wir schon fast, dass das fast noch eine Kategorie zu niedrig angesiedelt war. Bis wir zu den Zimmern durchgingen – auf verblüffende Weise schlägt da all der Glanz des Eingangs um in etwas, das man vielleicht als postsozialistisches Hotelflair bezeichnen könnte, auch wenn das politisch und geographisch hier nicht passt. Alles war plötzlich schmucklos, fleckig, und was noch schlimmer war: Jemand schien den Teppich in unserem Zimmer, dem Geruch nach, für eine Toilette gehalten zu haben, vor nicht allzu langer Zeit. Etwa so wirkte auch die generelle Hygiene um uns herum. Die Matratze hatte eine Konsistenz, als hätte man eine Spanplatte auf Sprungfedern gelegt (ohnehin unbequem, noch schlimmer, wenn man zu zweit darin liegt), und der generelle Gesamteindruck war WAH, FLUCHTREFLEX. Da es spät war, sind wir eine Nacht geblieben und dann morgens sofort losgezogen, um eine Alternativunterkunft zu suchen – und hatten Glück:

Der Lonely Planet empfahl Gap’s House, ein etwas skurriles Guest House, ebenfalls in der Innenstadt von Chiang Mai – kleine Holzhütten, rundherum alles dschungelartig grün, dazwischen verstreut eine Handvoll uralte Möbel und Dekorationen. Und da sie keine Reservierungen akzeptieren, mussten wir sowieso spontan vorbeikommen, das passte dann also ganz gut. Der optische Kontrast zum Hotel war enorm: Wir hatten schnörkelige alte Holzmöbel in unserer Hütte, vor der Tür war es grün (was natürlich Mücken anlockt, aber nun ja), der Typ vom Hotel (Gap?) war zwar kontinuierlich schlecht gelaunt, aber mit dem wollten wir ja auch keine Zeit verbringen. Insgesamt also alles recht einfach, aber deutlich näher an unserer Vorstellung von Thailand als das Höllenhotel.

15.11.11

Hübsche Tempel ringsumher! Alle aber zugepflastert mit Warnschildern, denn Touristen neppen ist durchaus eine Wirtschaftssparte hier. Allerdings sind wir dem in Chiang Mai deutlich weniger begegnet als in Bangkok, wo wir noch immer nicht wissen, wie viele Bären man uns da generell versucht hat aufzubinden, während wir einfach nur die Straße entlangliefen. Ein wenig schade ist es schon, weil man irgendwann beginnt, an jedem Einheimischen zu zweifeln, dem man begegnet – kaum setzt man einen Fuß vor die Tür, eilen Menschen herbei, die hilfsbereit erklären, dass alle Sehenswürdigkeiten heute leider geschlossen sind und sie einen darum gerne zu weniger bekannten, ebenso tollen Tempeln fahren würden. Ähm… och nö. In Chiang Mai (da ist das Foto gemacht) ist das deutlich weniger extrem (dafür gibt es mehr Warnschilder). Aber schön ist es.