Wie viel man doch übers Wetter sprechen kann

Hagel im AprilSehnsüchtig verfolgt man von Dublin aus den deutschen Wetterbericht: Süddeutschland etwa soll nächstes Wochenende 26° bekommen. Hier haben wir dafür täglich Hagelschauer, die aus dem Nichts kommen und Eiskugeln in den Kragen rollen lassen (oder, wenn man das Glück hat, zu Hause gewesen zu sein, den Garten mit dekorativem, aber kaltem Kugeldekor schmücken).

Noch vor ein paar Wochen prahlte man Kontinentaleuropäern gegenüber noch mit dem fortgeschrittenen Frühling: Magnolien! Forsythien! Allüberall!, während auf dem Festland kaum ein Schneeglöckchen das Haupt erhob. Man muss diese kurze Zeit aber auch nutzen, sind es doch die einzigen Wochen des Jahres, in denen man klimatisch besser dran ist als der Rest der Welt. 8°C erwarten uns am nächsten Wochenende, behauptet das Radio. Bei weitem nicht genug. Aber so ist wenigstens noch Spielraum bis zum Standard-Sommerwetter mit 15°C… Seufz, sage ich. Seufz.

21.4.12

Dubliner SchildhalterDafür, dass Irland in der Krise steckt, verwundern beim Spaziergang am Wochenende doch mehrere Dinge:

So voll wie in den Einkaufsstraßen hier ist es in deutschen Großstädten eigentlich nur in der Vorweihnachtszeit.

Menschen kaufen reichlich und teuer. Die Preise lassen bisher nicht erkennen, dass der durchnittliche Ire eigentlich kein Geld zur Verfügung hat.

Und es gibt noch immer reichlich Jobs wie diese: Überall finden sich Schildhalter, die vom Wahrsager über Goldschmuck und Gepäck bis hin zum günstigen Mittagessen alles bewerben, was der Spaziergänger wollen könnte. Es scheint hier eine übliche Werbeform zu sein, auch für edlere Geschäfte – nur fragt man sich, wie viel Aufmerksamkeit so ein Schild auf sich zieht, die jeweiligen Träger sich zu plauschenden Schilderwäldchen zusammenfinden.

18.4.12

Wenn es so konsequent grau ist wie dieses Jahr, dann helfen morgens zumindest gelbe Gardinen dabei, kurz die Illusion von sonnigem, verlockendem Wetter zu schaffen.

Bis man dann halt aufsteht und sich erinnert, dass es vor dem Fenster höchstwahrscheinlich anders aussieht.

Andererseits gibt es hier ein seltsames Muster: Am Wochenende scheint es immer genau so lange sonnig und vielversprechend zu sein, bis man aufgestanden ist, gemütlich gefrühstückt hat und sich gerade bereit dazu fühlt, der Außenwelt entgegenzutreten. Dann fallen für gewöhnlich die ersten Regentropfen.

Grummel.

16.4.12

Ein wenig spät vielleicht, aber mein Schal ist endlich fertig. Die Wolle hatte ich vorher zu einem formlosen Jäckchen verstrickt (mein Scheitern erkannte ich erst, als es schon fertig war…) und dann tapfer wieder aufgeribbelt und zu einem weniger komplizierten Kleidungsstück verarbeitet – da es seine Form durch die Anstecknadel erhält, konnte da nicht viel schiefgehen. Und in Irland kann man auch im April noch gut Wollkleidung gebrauchen. Das Muster ist hier.