-tut-tut-tut-tut-tut-

Was ist das eigentlich für ein seltsames neues Verhalten der Telekom, daß sie mir immer das Besetztzeichen erklärt? (“Tut-tut-tut: Die gewählte Rufnummer ist besetzt.”)
Und warum bietet sie mir dann immer an, nach dem Piepton “ja” zu sagen und dann bei Erreichbarkeit verbunden zu werden? Und warum sagt sie dann nach meinem “ja” immer, “Dienst oder Dienstmerkmal” seien nicht vorhanden?
Bis auf das eine Mal, wo sie nach der Erklärung des Besetztzeichens irgendwie direkt in dreifachpiepende Fehlermeldungen ausbrach, mich dafür aber überraschenderweise auch ohne “ja” einfach verband, mehrere Minuten später.
Das ist sehr seltsam, wenn man diesen neuen Service noch nicht kannte und sich plötzlich in einem Telefonat wiederfindet, in dem keiner angerufen hat und beide verwundert sind.

gaudeamus igitur

Es gibt gute Gründe, sich auf das Ende des Studentendaseins zu freuen.
Darunter ziemlich weit vorne:
keine Referatmarathon-Seminare mehr, in denen allzu oft rednerisch unbegabte und mangelhaft vorbereitete Studierende wertvolle Lebenszeit ihrer Zuhörer verschwenden. Weniges ist wohl weniger lehrreich, doch für einen Schein gilt es, sich möglichst unbeschadet durch endlose Vorträge zu bringen. Doch juhu! Meist bekommt man ein Handout (auch: Paper, es lebe der deutsche Wortschatz), das Rettung verspricht.

Man kann darauf

  1. wichtige Punkte illustrieren
  2. oder besonders brillante Aussagen notieren, damit man sie nicht vergißt
  3. oder auch abzeichnen, was die Referierenden so an die Wand projizieren, um ihr multimediales Talent zu beweisen und alle Sinne der Zuhörerschaft zu fesseln.
  4. Oder mal ganz allgemein Stellung zu ihrem Redestil nehmen.

(Eigentlich war ich allerdings auf der Suche nach einem ganz anderen Text.)

Geistesblitze im Abfluß

Gnarf.
Ich brauche einen Sekretär und/oder ein Diktiergerät und/oder wasserfestes Papier.
Ich hatte eben unter der Dusche [nein, ich habe nicht bis fast drei Uhr geschlafen, mir war nur so kalt] einige wirklich gute Ideen für meine Diplomarbeit, die ich jetzt nicht rekonstruiert bekomme. Nur in Ansätzen, aber die klingen gar nicht mehr so brillant. Dabei hatte ich unter der Dusche mindestens eine ganze Seite Text im Kopf vorformuliert.
Ich kann sowas auch sehr gut nachts – wach liegen, eine Idee haben, zu schläfrig zum Aufschreiben sein, sich sagen, daß die Hirnwindungen sich am Morgen sicher in die gleiche Richtung krümmen werden. Tun sie aber leider meist nicht.

Doch wenn ich dann hier sitze, frage ich mich, ob mein Gehirn irgendwie nicht genug Arbeitsspeicher hat, um den Überblick über die komplette Arbeit zu behalten, sich zu merken, ob ich irgendwas an irgendeiner Stelle bereits erwähnt habe, und gleichzeitig akademisch unschlagbar beeindruckende neue Ideen zu liefern.
Gnarf.

happy little bushy things

Der Sommer scheint vorbei zu sein, die Diplomarbeit ging auch schon mal schneller vorwärts, ich kenne jetzt schon die 3. Krankenhausnotaufnahme (*), die deutsche Politik geht durch unruhige Zeiten, ich habe keine Schokolade mehr, ich bin beim Lamapoker vom Pech verfolgt…

Zeit, die Computermaus zu schnappen und von Bob Ross inspiriert ein heiles Frühlingsbergweltsidyll zu basteln!
Schade, daß ich hier kein Bayern Alpha empfangen kann.
Irgendwer meinte, daß auch TVBerlin manchmal Mr Ross’ künstlerische Höhenflüge ausstrahlt. Leider verpasse ich das wohl immer. Dabei ist er garantiert förderlich für Seelen- und Weltfrieden.

(*) Glücklicherweise falscher Alarm.

Überlegungen einer Landratte

Es rückt in greifbare Nähe:
Man wünscht meine Initiation in den Segelsport. Zwar bin ich bereits einmal etwa eine Stunde mit auf der Kieler Förde herumgefahren, während der ich versuchte, nicht im Weg zu sein und irgendetwas von den rätselhaften Aussagen der Menschen um mich herum zu entschlüsseln (erfolglos, wie hier nachzulesen ist). Doch nun soll bald der nächste Versuch folgen… etwas weiter dieses Mal, aus der noch an allen Punkten relativ landnah scheinenden Förde heraus aufs Große Weite Meer.

Hm.
Ich komme aus Bielefeld, und da gibt es kein Gewässer, das man nicht beinahe trockenen Fußes durchqueren könnte. Die paar etwas tieferen Stauteiche sind mittlerweile so versumpft und vermüllt, daß die Enten oft jesusgleich auf der Wasseroberfläche einherzuspazieren scheinen, und die Kampagne, die die Lutter exhumiert haben will und dies mit dem Slogan “Bielefeld soll wieder eine Stadt am Wasser werden!” bewirbt, macht sich selber lächerlich, denn auf den Bildern der noch nicht kanalisierten Lutter sieht man ein sehr, sehr überschaubares Rinnsal, das alles andere als einladend wirkt (und darum hat man die Kloake damals auch eingebuddelt).
Wasser gibt es in Bielefeld nur von oben (dies allerdings um so großzügiger).

Nein, ich schweife nicht ab: ich wollte nur verdeutlichen, daß meine Kindheit und Jugend eher gewässerarm verlief.
Aus diesem Grunde finde ich die Idee, mich in einem verhältnismäßig winzigen Segelschiff auf verhältnismäßig große Wasserflächen zu begeben, nicht uneingeschränkt brillant.

Bildliche Verdeutlichungen schienen angebracht.

Zuerst einmal ist mein Seekrankheitspotential erwiesenermaßen beträchtlich. Ich könnte natürlich irgendwelche Reisekrankheitsmedikamente zu mir nehmen, doch die wirken meist wie Schlaftabletten, und dann wäre mir zwar nicht mehr übel, doch meine Reaktionsfähigkeit gegenüber den weiteren Gefahren der Weltmeere stark beeinträchtigt.

Wobei man ja bei schlechtem Wetter eigentlich wenig reagieren kann. Man sagt mir, Blitze schlügen auf dem Meer nicht unbedingt in den höchsten Punkt. Andererseits habe ich an Land auch schon Blitze direkt neben Blitzableitern in deutlich niedrigere Punkte einschlagen sehen. Somit bin ich nicht überzeugt, daß Blitze sich immer genau über solche Verhaltensregeln im Klaren sind.

Hervorragend dokumentiert ist die Gefahr, die von Eisbergen ausgeht. Da solche Katastrophen bereits hinreichend verfilmt sind, hätte ich nicht einmal besonders große Chancen, mein Schicksal postum von Hollywood aufbereitet zu bekommen.

Nun mag es sein, daß sich Eisberge selbst in Zeiten der Polkappengefährdung nicht allzu oft in die Ostsee verirren. Wale aber schon! Ich selbst verfolgte im letzten Sommer die diesbezüglichen Nachrichten.

Und wenn schon Nessie es schafft, in ihrem Loch unentdeckt zu bleiben, wer weiß dann, was erst alles auf dem Grund der Ostsee lauert?

Tapfer werde ich mich trotz allem den Wellen stellen.
Gefahr Nr. 1 fürchte ich am meisten.

Wie beschaulich und harmlos schien doch stets das Karatetraining.

Feinstaub

Mir ist bewußt, daß Feinstaub momentan das ist, was zu anderen Zeiten Kampfhunde oder Dioxinasche waren: die Wurzel Allen Übels. Und doch.

Ich wohne im 1. Stock, Vorderhaus, an einer nicht allzu dicht befahrenen Straße, von der mich eine Linde etwas abschirmt. Ich rauche nicht, habe so gut wie nie Kerzen an, lüfte in normalem Maß, habe keinen Ofen und betreibe auch keine offenen Feuerstellen in meiner Wohnung.

Trotzdem stellte ich, nachdem ich einige Monate hier wohnte, irritiert fest, daß das Wort ‘blütenweiß’ in keinem Zusammenhang mehr mit meinen Gardinen stand, obwohl dies zur Zeit ihrer Anbringung noch der Fall gewesen war. Und irgendwann ließ sich dieser Zustand auch nicht mehr mit Überlegungen über ungünstigen Lichteinfall oder suboptimal gereinigte Brillengläser erklären.

Aber wenn die Gardinen in drei Metern Höhe hängen und man keine vertrauenerweckende Leiter besitzt, schiebt man eine Wäsche gern etwas vor sich her… bis man dann mütterlichen Besuch erhält und, um die entsetzten Aufschreie zum Verstummen zu bringen, doch etwas Akrobatik auf sich nimmt und sie dann in der Dusche voreinweicht.

In nur sieben Monaten haben meine Gardinen Dreck gefiltert, der das erste Einweichwasser undurchsichtig dunkelbraun färbte:

Vergleichbare Erfahrungswerte an ähnlich befahrenen Straßen sagen mir, daß das nicht normal ist. Es wirkt sich vermutlich auch nicht positiv auf in der Nähe befindliche Atemorgane aus. Igittigitt.


[Und wenn ich so drüber nachdenke, weitere sieben Monate später: ‘weiß’ ist was anderes…]

Schmackhafte Schlumpfmuffins

Schlumpfbrei! Viele fröhliche kleine Schlümpfe fanden fein püriert in diesem Muffinteig eine schmackhafte neue Bestimmung.

yummy! mashed smurfs! (smurves?)Nur einer entging dem Mixer, denn er war Höherem geweiht: Schlumpfrumpf, -extremitäten und -köpfe sind von hohem dekorativem Potential!
dead yet delicious ;-)
decorative smurf arms
Schlumpfrumpf

Worte statt Bildern

Zusätzlich zu den Bildern von heute auch noch ein richtiges Update…
ich bin noch immer in Kiel und gerade etwas ohne Ansprache, da ich, leichtsinnigerweise, meiner überaus reizenden Gesellschaft das Spiel “Black&White” mitgebracht und sie somit sozial komplett lahmgelegt habe. Es gibt manchmal einfach nichts Interessanteres, als einen niedlich grunzenden Affen zu erziehen und sich von grafisch mittelmäßig hübschen Cyber-Untertanen als “O Allmächtiger” ansprechen zu lassen. Aber auch für Nichtspielende ist es nicht unamüsant, die pädagogischen Sorgen per irritiertem Aufschrei mitgeteilt zu bekommen. “Mein Affe kackt überall hin!” “Boah, daß der bloß nicht schon wieder irgendwelche Leute frißt!” “Oh, jetzt hat meine Kreatur einen Stein gefressen! Ist das gut für die?” etc.

Ansonsten ist das Wetter plötzlich wieder relativ sommerlich, wenn auch leider nicht richtig strandmäßig warm. Außerdem versteht man als Küstenbewohner wohl nicht wirklich, daß der Großteil Deutschlands es nicht selbstverständlich findet, einen Strand quasi direkt vor der Tür zu haben. (Wobei Berlin und Brandenburg ja auch nette Seen mit Sandstrand zu bieten haben. Aber trotzdem.)

Dafür habe ich mich am Wochenende auf ein Segelschiff gewagt, segelnderweise, oder vielmehr: Leuten beim Segeln zuschauend und mich möglichst aus dem Weg haltend. Wenn man aus einer gewässerarmen Gegend wie etwa Ostwestfalen-Lippe kommt und das seefahrende Vorleben sich auf Krabben- und Seesternkutter, Tretboote und Autofähren beschränkt, dann fühlt man sich in Gesellschaft akut segelnder Segler ein bißchen wie in einem Schlumpfcomic mit erweitertem Vokabular.
Statt “Wir müssen den Schlumpf mit dem Schlumpf schlumpfen” gibt es variierende, für Uneingeweihte ähnlich bedeutungsarme Gespräche zu belauschen.
“Guck mal, der ___ hat ein ___ am ____! Warum ___t der denn den ___ mit dem ___, aber ohne den ___ zu ___?” – “Kannst du mal den ___ ____?”
Doch solange die Sonne scheint, die Ostsee relativ blau ist, das Schiff nicht irritierend geneigt und der Seegang nicht auf den Magen schlägt, kann man ja auch ohne irgendetwas zu verstehen freundlich lächeln und höchst zufrieden sein.

Oh.
Offensichtlich sind auch Segler nicht vor Seekrankheit gefeit, jedenfalls nicht, wenn diese von Computerspielen ausgelöst wird. Darum genug für heute.
Auf bald!