gute Vorsätze / nos habebit humus

Der Plan: jeden Tag ein Bild machen. Zwar beginne ich mit Verspätung, da ich erst heute die Idee hatte (oder: ich begann am 1. Januar, hatte dann aber eine dreitägige Lücke?), aber das soll mich nicht aufhalten.

Hübsche Symbolik auch: Ich hole mein Diplomzeugnis ab, laufe ein letztes Mal durch Ff(O) und sehe das Herz der Stadt in Schutt und Asche liegen.

2006

Frohes neues Jahr!

Feuerwerk auf Dachterrassen mit Blick über Berlin, Tanzen auf Galerien, orientalische kulinarische Wunderwerke, klassische arabische Musik, Tauwetter auf dem Heimweg.

Frohe Weihnachten, allerseits!


Stiiihille Naaaacht usw. Im Fernsehen habe ich erfahren, dass das deutsche Standardessen zu Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat sind. Das hatte ich vorher nie gehört und finde es auch nicht erstrebenswert, aber wünsche trotzdem allen frohe Weihnachten, unabhängig von ihren kulinarischen Präferenzen, und halte mich an Pute in Blätterteig und Chinakohl wie jedes Jahr. Kling, Glöckchen! Klingeling!

man wünscht sich englische queueing-Kunst ins Rheinland

man wünscht sich englische queueing-Kunst ins Rheinland
An der Garderobe in einem Düsseldorfer Kongresszentrum, 25 Minuten vor Beginn der Show eines Kabarettisten.
Die Schlange kurvt endlos durchs gesamte Foyer. Mehrere Hundert Menschen werden bedient von exakt zwei Garderobendamen.

Zeit verrinnt.

Man ist in Düsseldorf! Manch einer hier wähnt sich zu wichtig, als daß er sich in eine schnöde Schlange stellen müßte, und ignoriert sie einfach, indem er von der anderen Seite an die beiden überforderten Frauen herantritt.

Dies wiederholt sich.
Nun haben wir zwei Schlangen!

Manch einer hält sich noch immer für etwas Besseres und tritt nunmehr zwischen den zwei Schlangen direkt an den Garderobentresen heran.
Die Garderobendamen scheinen von solch Selbstbewußtsein stark beeindruckt und nehmen diese Mäntel tatsächlich entgegen.

15 Minuten vor Beginn.
Der Tresen ist am Horizont zu erkennen.

Noch 10 Minuten.
Den Garderobendamen gehen die Zettelchen aus. Sie nehmen somit keine Mäntel mehr entgegen.

Noch 8 Minuten.
Ein Kongresszentrums-Mitarbeiter tritt nach vorne und erklärt, man hätte ja nicht ahnen können, “daß alle zur gleichen Zeit ankommen”.
(Nein? Wenn es um 20.00h losgehen soll? Hätte man den 10.00-Komfort-Check-In nutzen können?!)

Noch 2 Minuten.
Eine gelangweilte Dame nimmt zwei Jacken entgegen und verlangt dafür vier Euro.
Man verkneift sich das Umrechnen von Euro in D-Mark und ist lieber insgeheim froh, nicht zu den hundert warm bekleideten Gestalten hinter einem zu gehören und macht sich auf die Suche nach seinem Platz.

Immerhin war der Kabarettist sehr unterhaltsam.
Man ist versucht, sich zu fragen, ob auch das Jackenabgeben von ihm choreographiert worden war.

selbständige Flora

es blüht! im Dezember! Da ist man einen Monat nicht daheim und bemerkt irgendwann zwischendurch, daß man niemandem vorher aufgetragen hat, seinen floralen MitbewohnerInnen während der Abwesenheit zwischendurch etwas Wasser zukommen zu lassen und bereitet sich deshalb mental darauf vor, beim Nachhausekommen einer traurigen, zu Tränen rührenden Masse von grau-braun-gelben Pflanzenleichen gegenüberzustehen.
KaktusblüteAlso holte ich noch einmal tief Luft, bevor ich die Wohnungtür aufschloß und meinen vernachlässigten Lieblingen entgegentrat. Zumindest roch die Luft noch nicht nach Fäulnis und Verwesung. Ein vorsichtiger Blick auf Schreibtisch und Regale: aha, die Palmen leben noch. Aber die sollten ja auch gewisse Dürreperioden gewohnt sein. Doch dann: der Weihnachtskaktus in der Küche in vollster, schreiend pink Blüte. Der Balkon: blühende Salvien und Geranien und Kapuzinerkresse! Knospende Jungfern im Grünen! Frische, grüne Triebe allüberall! Anfang Dezember!

Ich kann mir nicht helfen – trotz meiner Erleichterung, keinen floralen Friedhof anzutreffen, war ich doch etwas beleidigt. Hatten sie überhaupt /bemerkt/, daß ich nicht da war, um sie zu hegen und zu bewundern? War es Zufall, daß auch der ewig lang im Koma liegende Avocadokern erst trieb, als ich länger abwesend war, und einging, als ich wieder einige Zeit zurückgekehrt war?

Nadel und Faden

Selbstgenähter Rock!
Ists das Alter? Die Suche nach Ausgleich nach dem eher geistigen Schaffen der Diplomphase? Als Erweiterung meines handarbeitenden Horizonts habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und einen Rock produziert, der erstaunlicherweise auf Anhieb paßt.

Das Schnittmuster werde ich noch 1-2 Mal recyclen, denke ich. Pink ist schon in Planung.