Wenn man dem Baedeker glaubt, so sind zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Irlands überhaupt Newgrange und Monasterboice. Praktischerweise liegen beide relativ nah an Dublin (die verwirrende bis fehlende Beschilderung mag die Distanz größer erscheinen lassen) und noch dichter aneinander – ein bisschen nördlich, auf dem Weg nach Belfast oder zur Küste von Antrim.
Newgrange liegt im Boyne-Tal, und während man sich aus der Ferne nähert (und wenn der Magen ein wenig knurrt), dann erinnert es entfernt an eine runde, grüne Torte.
Man erreicht es über ein Besucherzentrum, von dem aus (bei Regen sehr empfehlenswert) Shuttle-Busse bis an die eigentliche Sehenswürdigkeit fahren, und dort erklärt einem ein enthusiastischer Reiseführer, dass man nun etwas sieht, das älter als die Pyramiden UND immer noch regendicht ist. Was genau es eigentlich ist – der Baedeker nennt es Gängegrab, der Führer spekulierte auch über andere Theorien für die Nutzung, sicher ist nur, dass am Tag der Wintersonnenwende der Raum 17 Minuten lang erleuchtet wird (ich vermute allerdings, nur bei günstiger Witterung). Mittlerweile kann man bei einer Lotterie sein Glück versuchen, um mit einigen wenigen Gewinnern diese Viertelstunde Licht live im Gängegrab zu erleben. Für alle anderen gibt es bei der Führung eine Simulation mit Elektrolicht.
Von dort aus ist es nicht weit nach Monasterboice – 4000 Jahre jünger als Newgrange, und besser erklärt. Hier findet man, hübsch komprimiert, alle klassisch irischen Touristenhighlights auf einem Haufen: Einen Rundturm, eine Kirchenruine, keltische Kreuze, alte Grabsteine voller Moos und Flechten. Auf den ältesten Kreuzen kann man sich ikonologisch schulen und zumindest Adam und Eva relativ klar ausmachen.
Aber soweit muss man erstmal kommen – wenn man es wagt, denn der Parkplatz, mitten im Nichts auf einer grünen Wiese, ist verstörend dicht mit Warnschildern zu Autoknackern, Dieben und lichtscheuem Gesindel bestückt, wie auch der Eingang zum Friedhof selbst. Zumindest in der Nebensaison sieht man überhaupt kein lebendes Wesen, beäugt dann aber zeitweise die umliegenden Gebüsche auf der Suche nach verborgenen Übeltätern.
Auf dem Friedhof selbst wundert man sich dann zunächst über entsorgte Marien (wir haben sie errettet, oder zumindest der Katholik unter uns. Vielleicht wollte er in solch direkter geographischer Nähe zur katholischen Niederlage in der Schlacht am Boyne ja ein Zeichen setzen.).
Und dann kann man sich ungestört an all der irischen Pracht erfreuen. Anfang April zwar noch ohne Laub, aber dafür auch ohne Touristenmassen.


