genervter Aufschrei der Exilantin


Wie oft, frage ich mich, kann man in einer zivilisierten, etablierten, modernisierten Stadt das Wasser abstellen? Sagen wir, in Stunden pro Monat? Ohne Ankündigung?

Es erreicht nicht immer das Ausmaß von letztem Jahr, wo tatsächlich ganz Wroclaw einen Tag lang kein Wasser hatte (und es gibt hier immerhin 700.000 Einwohner). Es ist eher spontan und vorübergehend, aber nichtsdestotrotz enorm störend. Eben bemerkte ich es nur, weil die Klospülung nach Betätigung mit gurgelnden Lauten versuchte, neues Wasser in den Spülkasten zu saugen – etwa so verzweifelt wie ein Ertrinkender, nur andersherum. Mittlerweile ist es wieder da, das Wasser, doch eine gewisse Genervtheit bleibt.

Außerdem bringt es immer so Visionen, wie man gerade voll eingeseift unter der Dusche steht und so dann auch verbleiben muss, wenn plötzlich nichts mehr aus der Leitung kommt. Was tut man dann? Den Toilettenspülkasten ausschöpfen? Auf einen Rest in Wasserkocher oder Wasserfilter hoffen? Was, wenn die Waschmaschine plötzlich auf dem Trockenen sitzt? Die alte meiner Mutter fand so einen verfrühten Tod. Grummel.

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