Feb
07
Ich weiß gar nicht, ob ich je die blasse Schönheit meines Breslauer Hausflurs dokumentiert habe – ein Traum in kränklichem Blau und anämischem Rosa. Ich habe nie herausgefunden, durch welche mysteriösen Heizungs-Vorrichtungen meine Nachbarn die saunaähnlichen Temperaturen schufen, die jeden sich Kleidung vom Körper reißen ließen, der vom ersten in den zweiten Stock aufstieg. Sichtbare Heizkörper gab es zumindest nicht.
Wohlan denn, Herz: Mein Schlüssel ist übergeben, die Wohnung besenrein, und ich lasse Polen hinter mir.



Feb
06

…nicht, ohne mich zuerst höflich von Stefan Zeromski zu verabschieden, der mir zwei Jahre lang ein akzeptabler Nachbar war. Weitgehend. Der Hintergrund hinter dem Straßenschild zeigt, dass Wroclaws ehemaliges Universitätsviertel noch immer bröckelt, doch langsam aber sicher putzt es sich doch wieder heraus. Im Laufe der letzten zwei Jahre sind viele abenteuerliche Stützkonstruktionen abgebaut worden und wurden erst durch Gerüste ersetzt, die schließlich Erstaunliches enthüllten. Eine zuvor besonders gammelige Nachbarin erstrahlt in neuer Jugend (ganz ohne Botox!) und lächelt sanftmütig auf die ulica Zeromskiego hinab.

Doch bevor ich meine Straße allzu sehr verkläre, füge ich noch ein Bild ein, dass den Alltag und das dominierende Element sehr prägnant zusammenfasst. Das, so muss ich sagen, wird mir nicht fehlen.

Zudem bin ich sehr froh, vor dem finalen Tauwetter entkommen zu sein – an Straßenrändern und auf Wiesen lagen noch immer einige Hügel, und in diesem Jahr lag besonders lange Schnee. Wenn man das realistisch betrachtet, so sind darin eingefroren die Verdauungsprodukte der Nachbarschaftshunde von mehreren Wochen, die dann die Luft mit ihrem Aroma erfüllen werden, sobald es ernsthaft taut. Nein danke! Schon in Berlin roch der Frühling nach Kot. Ich hoffe sehr darauf, dass das auf der Insel anders aussieht.
Feb
05

Zwar taut es, irgendwie (der Schnee ist nur noch an den Bürgersteigrändern knie- bis hüfthoch, aber ansonsten verschwunden), aber es gibt noch immer Rückschritte… und man starrt stets misstrauisch nach oben, denn wer weiß, ob sich alle Eiszapfen brav in stete Tropfen auflösen oder doch irgendwann einen unschuldigen Passanten pfählen. Den Rekord mit gut zwei Metern Länge hält dabei der Eiszapfen unten:

Jan
21

…beschmieren nicht nur Tisch und Wände, sondern in extremen Fällen auch Decken und jede sich bietende Fläche. Diese Tagger haben die Straßenbahn wohl wirklich gründlichst zu ihrem Territorium erklärt, scheint mir…
Jan
18

Frost, Frost, Frost. Möwen starren grummelnd auf die Oder und man fragt sich, wie es ihnen geht, so ganz ohne Schuhwerk. An Land trifft man Seniorinnen, die ihren Einkauf auf Langlaufskiern erledigen und ist beeindruckt.
Jan
16

Auch Graffiti zeigt sich genervt von den Schneeverwehungen.
Jan
14

Schnee.
Schnee.
Und bei -20° auch wenig Hoffnung auf Besserung… an Baustellen macht sich die Schneedecke aber recht hübsch.
Jan
12

Schnee, Schnee, Schnee. 30 Zentimeter, vermute ich, und in meiner Nachbarschaft glauben nur sehr wenige Menschen an den Wert des Schneeschippens. Während ringsumher alles weiß und fluffig bedeckt ist, träumt man von Moonboots und sorgt sich ein wenig um das Wohlergehen der städtischen Mülleimer, die mit der weißen Hülle nicht völlig glücklich zu sein scheinen.