April 23, 2012 0

Theorie und Praxis

Wreck This Journal: Nonstop lineEs scheint keine ungewöhnliche Unart unter Geisteswissenschaftlern zu sein, anzunehmen, dass es ähnlich nützlich ist, ein Anleitungsbuch über etwas zu lesen, wie das Thema des Buches praktisch umzusetzen. Das mag damit zusammenhängen, dass geisteswissenschaftliche Themen endlos ausufern können – bevor man etwas zu Papier bringt, kann man unbegrenzt lange darüber forschen und dabei immer neue Wissenslücken entdecken, aufgrund derer man lieber erst noch ein weiteres Buch liest… das dann zehn weitere Querverweise zu neuen Wissenslücken liefert und das Gefühl gibt, sinnvolle Arbeit zu leisten, während man sich von der eigentlichen Arbeit ablenkt.

Dieses Verhalten lässt sich dann ziemlich direkt auch auf sonstige Lebensbereiche übertragen. Beispiele? Umberto Ecos Ratgeber zu wissenschaftlichen Abschlussarbeiten zu lesen, anstatt die Arbeit fertigzustellen. Ratgeber zum Verfassen der perfekten Bewerbung lenken gut vom eigentlichen Bewerbungsschreiben ab (scheinen aber gleichzeitig zielführend und nützlich). Und auch in der Freizeit: Man kann Bücher übers Schreiben lesen, aber dabei nie eine Seite vom nächsten Bestseller verfassen, alles über Yoga lernen, ohne sich je selbst zu verbiegen, ergründen, wie man Dinge geregelt kriegt, ohne sie je in Angriff zu nehmen… Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Doch eAnfangsseite von "Wreck This Journal"s gibt einen Ausweg! Schlaue Autoren kombinieren beide Ansätze und verfassen einfach ein Buch, das zugleich Theorie und Praxis darstellt. Keri Smith etwa fordert dazu auf, ihr Buch (deutsch/englisch) durch intensive Nutzung zu ruinieren. Nach anfänglicher Skepsis (Seiten rausreißen? Durch die Waschmaschine jagen? Mit unter die Dusche nehmen? Wo ist da der Respekt vor dem gedruckten Wort?! Und was halten wir überhaupt von vorgeschriebener Kreativität?) fand ich das durchaus unterhaltsam und verwüste seit einiger Zeit fröhlich vor mich hin und muss sagen, dass ein nach Anleitung ruiniertes Buch immer noch interessanter anzuschauen ist als ein leeres Skizzenbuch.

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Wreck This Journal: Color This Entire PageNettes, buntes Resultat der “fat lines” im Bild darüber – der unsanfte Umgang mit diesem Buch führt erstaunlich oft zu unerwarteten, aber erfreulichen Nebenwirkungen.

Die Einleitung (die man im Verlauf der Bearbeitung natürlich übermalen oder anderweitig zweckentfremden soll) behauptet, dass man durch dieses Buch schließlich überall die kreative Seite der Zerstörung erkennen wird und verspricht irgendeine Art von Befreiung. Nun ja. Ich bin noch nicht so ganz von der esoterischen Seite des Vergnügens überzeugt, dafür macht es Spaß. Vor Aufgaben wie “das Abendessen auf einer Seite abwischen” oder “Malen mit verrottenden Materialien” schrecke ich aber aus hygienischen Gründen zurück. Oder vielleicht will da die Historikerin in mir das Werk für die Nachwelt erhalten.

IMG_0466Diese Aufgabe ist deutlich einfacher, wenn man im Büro Zugang zu Gratisobst hat… dem man ein paar Aufkleber entwenden kann. Mein Favorit ist oben rechts die Birne mit Elvisfrisur.

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By in Stift&Papier
April 22, 2012 0

22.4.12

Hagel im AprilSehnsüchtig verfolgt man von Dublin aus den deutschen Wetterbericht: Süddeutschland etwa soll nächstes Wochenende 26° bekommen. Hier haben wir dafür täglich Hagelschauer, die aus dem Nichts kommen und Eiskugeln in den Kragen rollen lassen (oder, wenn man das Glück hat, zu Hause gewesen zu sein, den Garten mit dekorativem, aber kaltem Kugeldekor schmücken).

Noch vor ein paar Wochen prahlte man Kontinentaleuropäern gegenüber noch mit dem fortgeschrittenen Frühling: Magnolien! Forsythien! Allüberall!, während auf dem Festland kaum ein Schneeglöckchen das Haupt erhob. Man muss diese kurze Zeit aber auch nutzen, sind es doch die einzigen Wochen des Jahres, in denen man klimatisch besser dran ist als der Rest der Welt. 8°C erwarten uns am nächsten Wochenende, behauptet das Radio. Bei weitem nicht genug. Aber so ist wenigstens noch Spielraum bis zum Standard-Sommerwetter mit 15°C… Seufz, sage ich. Seufz.

By in Dublin, Frühling, Squares
April 21, 2012 0

21.4.12

Dubliner SchildhalterDafür, dass Irland in der Krise steckt, verwundern beim Spaziergang am Wochenende doch mehrere Dinge:

So voll wie in den Einkaufsstraßen hier ist es in deutschen Großstädten eigentlich nur in der Vorweihnachtszeit.

Menschen kaufen reichlich und teuer. Die Preise lassen bisher nicht erkennen, dass der durchnittliche Ire eigentlich kein Geld zur Verfügung hat.

Und es gibt noch immer reichlich Jobs wie diese: Überall finden sich Schildhalter, die vom Wahrsager über Goldschmuck und Gepäck bis hin zum günstigen Mittagessen alles bewerben, was der Spaziergänger wollen könnte. Es scheint hier eine übliche Werbeform zu sein, auch für edlere Geschäfte – nur fragt man sich, wie viel Aufmerksamkeit so ein Schild auf sich zieht, die jeweiligen Träger sich zu plauschenden Schilderwäldchen zusammenfinden.

By in Dublin, Squares
April 20, 2012 0

20.4.12

So leid ich den Regen auch bin – immerhin macht er sich hübsch auf Blüten.

By in Dublin, Flora, Frühling
April 19, 2012 0

19.4.12

By in Büro, Squares
April 18, 2012 0

18.4.12

Wenn es so konsequent grau ist wie dieses Jahr, dann helfen morgens zumindest gelbe Gardinen dabei, kurz die Illusion von sonnigem, verlockendem Wetter zu schaffen.

Bis man dann halt aufsteht und sich erinnert, dass es vor dem Fenster höchstwahrscheinlich anders aussieht.

Andererseits gibt es hier ein seltsames Muster: Am Wochenende scheint es immer genau so lange sonnig und vielversprechend zu sein, bis man aufgestanden ist, gemütlich gefrühstückt hat und sich gerade bereit dazu fühlt, der Außenwelt entgegenzutreten. Dann fallen für gewöhnlich die ersten Regentropfen.

Grummel.

By in Zuhause
April 17, 2012 0

17.4.12

By in Flora, Frühling, Squares
April 16, 2012 0

>16.4.12

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By in oeuvre
April 15, 2012 0

>15.4.12

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By in ireland
April 14, 2012 0

>14.4.12

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By in Dublin